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Nummer 3

Wir rennen.

Schnelle Schritte , Geraschel von Blättern , hektische Stimmen , Geschrei .

Neben mir höre ich sie „Was war das, was haben wir gesehen?“

Die anderen antworten nicht, rennen weiter.

Plötzlich Stille. Dann ein Schrei.

Herzzerreißend, nervenzerfetzend.

Ich bleibe stehen, fasse ihren Arm. „Wir müssen zurück.“

Keuchend „Warum? Warum müssen wir zurück?!“

Ich ziehe sie mit mir ein Stück durch das Gras an Bäumen und Sträuchern vorbei.

„Ihnen ist etwas passiert“

„Ach was soll schon… Sie kommen bestimmt gleich.“ Sie hat Angst, dass höre ich.

Sie drängt in die andere Richtung, will sich weiter Richtung Straße, Richtung Leben bewegen.

„Nein, wir müssen nachsehen… Ich weiß nicht wer von uns, aber jemand hat geschrieen. Vielleicht müssen wir helfen.“

Widerwillig geht sie mit mir zurück in Richtung Haus. Der Schrei kam irgendwo von dort.

Schwerfällig kämpfen wir uns durchs kniehohe Gestrüpp. Der Atem geht stoßweise, helle Wölkchen unseres Atems in der Luft.

Mit der Taschenlampe leuchte ich über die Wiese, niemand zu sehen.

„Claire, Emily, Yves!!!“ schreit sie so laut es geht.

Ich stehe neben ihr, starre sie an so gut es geht im Dunkel der Nacht.

Selbst der Mond ist nicht zu sehen, er versteckt sich so gut es geht hinter einer Wolke.

Auf der Wiese bleibt es still. Das einzige was wir beide hören ist der Wind. Und das Ächzen des Hauses.

Gänsehaut. „Kalt hier draußen“ keucht sie. Der Unterton ihrer Stimme sagt genug. Er schreit förmlich „Ich will weg hier“

Wie in Zeitlupe, bewege ich mich auf das Haus zu. „Vielleicht sind sie reingegangen… bestimmt sind sie… sie warten dort auf uns damit wir helfen“

Nichts. Keine Schritte hinter mir. Murmeln „Nicht wieder da rein. Bitte…“ Es hört sich an als würde sie gleich in Tränen ausbrechen.

Ich hasse ängstliche Menschen. „Verdammt nun komm schon! Du bist aber auch verdammt ängstlich. Nun zeig mal was du kannst. Hier draußen alleine zu stehen ist viel schlimmer…“ rufe ich ihr in ziemlich aggressiven Tonfall zu.

Schluchzen. Und Schritte. Sie folgt. Gemeinsam gehen wir auf das Haus zu, sie ist still geworden.

Es riecht komisch. Vor der Tür riecht es nach… Ich würde sagen Kadaver.

Wir waren doch vor 20 Minuten noch hier. Doch, so hatte es da nicht gerochen.

Würgen „Was ist das? Das ist eklig…“ Meine Finger berühren die Klinke, ich greife zu, drücke sie nach unten. Sie schwingt auf mit einem leisen Quietschen.

Mit einem Knipsen schalte ich meine Taschenlampe an. Zu meinen Füßen etwas weiter im inneren des Hauses liegt ein Haufen… Länger als ein einen Meter und in ziemlich komischer Pose.

Ich strahle ihn an. Im Licht sehe ich blonde Haare die sich über den Boden fächern. Eine Blutlache… Einatmen „Oh mein Gott…“ Schnelle Schritte. Ich stehe bei ihr, beuge mich vor.

Dieser Kadaver. Es ist Claire. Das sehe ich an ihrer Kleidung. Aber nicht an ihrem Gesicht.

Irgendwie ist von ihrem Gesicht nicht mehr so viel übrig.

Sie liegt am Fuße der Treppe. Auf der Treppe sehe ich zwei weitere zusammen gesunkene Haufen. Ich kann erahnen wer sie sind.

Langsam bewege ich mich rückwärts, murmle „Gehen. Polizei rufen. Lauf!“ Mehr als diese zusammenhanglosen Worte kriege nicht raus.

Tappe rückwärts, bleibe im Türrahmen hängen und stolpere. Mit dem Rücken stoße ich gegen etwas Weiches und Warmes.

Langsam drehe ich mich um. Ein Mensch , mindestens zwei Meter groß.

Grinsen. Kettensäge. Lärm.

7.12.06 17:59
 


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